Impfungen, Wirkverstärker und das Golfkriegssyndrom

Ich bin auf einen sehr interessanten Bericht über Langzeitwirkungen von Impfungen gestoßen, der im Auftrag der amerikanischen Regierung im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen vieler Golfkriegsveteranen zusammengetragen wurde.

Da derzeit viel über die Gefahren des neuen Impfstoffs gegen Schweinegrippe geredet wird und viele Gerüchte im Umlauf sind, fand ich diesen etwas tieferen Einblick sehr informativ und möchte die interessanten Erkenntnisse teilen.

Vorab ein Fazit: Impfungen sind sehr wahrscheinlich nicht die Hauptursache des Golfkriegssyndroms – zusammen mit anderen Faktoren könnten sie aber eine Rolle spielen.

Der sehr differenzierte Bericht hat mir vor allem gezeigt, dass das, was beim Impfen im Körper passiert, von der Wissenschaft deutlich weniger gut verstanden ist, als ich das vermutet hätte. Es gibt offenbar nur wenig Studien zu Langzeitfolgen von Impfungen überhaupt, und insbesondere sind die Langzeitfolgen und die Funktionsweise von Wirkverstärkern erstaunlich wenig untersucht. Das im deutschen Schweinegrippeimpfstoff enthaltene “Squalen” scheint aber weniger gefährlich zu sein als das seit vielen Jahrzehnten verwendete Aluminiumhydroxid.

Das für mich aufregendste sind aber die widersprüchlichen und höchst mysteriösen Untersuchungsergebnisse um die Rolle von Squalen im Zusammenhang mit dem Immunsystem, die sich derzeit nicht erklären lassen und eigentlich Horden von Wissenschaftlern anlocken müssten. Meine WTF-Frequenz war beim Lesen eines Berichts noch nie so hoch.

Unabhängig von der Impfproblematik offenbart der Bericht in erster Linie schockierende Einzelheiten über die Gesundheitsschäden, die sich viele Golfkriegsveteranen offenbar durch ihren Einsatz zugezogen haben.

Wer sich nicht selbst durch die über dreihundert Seiten Bericht quälen möchte und dennoch an meinem Staunen und Entsetzen partizipieren will, dem kann ich den folgenden Text empfehlen, der im wesentlichen auf dem Bericht basiert. Ich habe daher darauf verzichtet, hier die im Bericht aufgelisteten Quellen noch mal aufzulisten, da ich nicht den Eindruck erwecken möchte, die Originalstudien zu Rate gezogen zu haben.

In der Mitte des Artikel findet sich ein kleiner Exkurs durch das Immunsystem, so dass der Artikel mal wieder die blogübliche Länge deutlich überschreitet. Wer nur zu bestimmten Fragen etwas lesen möchte, kann sich auch anhand der Überschriften einzelne Kapitel herauspicken.

Das Golfskriegssyndrom

Bevor ich schwerpunktmässig auf das Thema Impfungen eingehe, zunächst eine Zusammenfassung zum Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Golfskriegssyndrom:

  • Das Golfskriegssyndrom ist eine reale, schlimme Erkrankung.
  • Zwischen 25% und 32% von 697,000 US-Veteranen des Golfkriegs 1990-1991 leiden daran.
  • Symptome sind chronische Müdigkeit, Erkrankungen des Nervensystems und des Gehirns, Muskelschwäche, Immunprobleme und Überempfindlichkeit gegen Chemikalien.
  • Es handelt sich nicht um ein posttraumatisches Stresssyndrom.
  • Wichtigste verursachende Faktoren scheinen die Einnahme von Pyridostigminbromid (PB), einem “Schutzmedikament” gegen Nervengas sowie der Kontakt mit Pestiziden zu sein, die seinerzeit höchst “grosszügig” verwendet wurden.
  • Es ist nicht ausgeschlossen, dass Impfungen eine Rolle spielen, allerdings scheinen sie allenfalls ein zusätzlicher Faktor zu sein und nicht hauptverantwortlich.

Darüberhinaus wurden bei einem Teil der Golfkriegsveteranen noch andere statistisch signifikante Gesundheitsprobleme registriert:

  • Abnormaler Ruhepuls bei der Hälfte der Untersuchten
  • Lungenprobleme
  • Erhöhte Rate von Hefe- und Blaseninfektionen bei weiblichen Soldaten
  • Hautkrankheiten
  • Genschäden
  • Aggressive Samenflüssigkeit (“burning semen”) bei 7% der Veteranen (Brennen und Hautreizungen beim Geschlechtspartner bei Kontakt mit der Samenflüssigkeit)
  • Blutgerinnungsprobleme (zu starke Blutgerinnung)
  • Knochenabbau aufgrund reduzierter Knochenbildung
  • Abnormale Proteine in der Rückenmarksflüssigkeit
  • Verdauungsprobleme
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Taubheitsgefühle und Kribbeln

Insgesamt wurden sehr viele mögliche Ursachen untersucht, die zum Teil auch durch die Presse gingen. Stress, brennende Ölquellen, abgereichertes Uran (DU) aus Geschossen, Medikamente gegen chemische Kampfstoffe, Pestizide, Nervengas, Infektionskrankheiten, Wüstensand, Abgase von Zeltöfen, Spezialfarbstoffe, Lösungsmittel und Kraftstoffe standen sämtlich in Verdacht, für das Golfkriegssydrom verantwortlich zu sein oder es mit verursacht zu haben.

Wie bereits erwähnt, gibt es die signifikantesten Korrelationen zwischen der Krankheit, der Einnahme von PB und dem Aufenthalt in Fahrzeugen und Gebäuden, die mit großen Mengen an Pestiziden von Ungeziefer freigehalten werden sollten, was aber wohl trotz massivem Pestizideinsatz nur bedingt gelungen sein soll.

Insbesondere die Einnahme von PB ist tragisch, weil der Irak keine chemischen Kampfstoffe eingesetzt hat, die Soldaten aber aus Angst davor offenbar präventiv vergiftet wurden.
Das Ganze ist ziemlich schlimm und erzeugt bei mir nur kalte Wut auf eine staatliche Bürokratie, die durch Dummheit und Ignoranz Hunderttausende von Menschen zu gesundheitlichen Krüppeln gemacht hat. Sicher dürfte das Ganze im Voraus niemand geahnt oder gewusst haben, aber Militär ist nicht unbedingt dafür bekannt, im Einsatz besonders auf die Gesundheit der Soldaten zu achten.

Die Rolle von Impfungen

Von besonderem aktuellem interesse für die deutsche Impfdiskussion ist aber der Teil des Berichts, der sich auf den Seiten 101-127 mit den Langzeitfolgen von Impfungen und Adjuvantien beschäftigt.

Gegenwärtig geistert diese Warnung einer Ärztin durchs Netz, durch die ich auch auf den Bericht aufmerksam geworden bin.

In der Warnung wird behauptet, dass die Verwendung von Squalen, das auch im Grippeimpfstoff Pandemrix enthalten ist, für das Golfkriegssyndrom verantwortlich ist. Das geben die Quellen so aber nicht her, im Gegenteil. Dafür enthalten die Quellen aber Studien, die unabhängig davon viele Fragen aufwerfen und kein günstiges Licht auf das Thema “Impfung” werfen.

Die Verwendung von Squalen als Adjuvanz ist wohl allein deswegen nicht Hauptursache des Golfkriegssyndroms, weil sehr wahrscheinlich gar kein Squalen zum Einsatz kam. Allerdings konnte im Nachhinein nicht mehr genau festgestellt werden, wer eigentlich mit was geimpft wurde, da viele Impfungen, insbesondere die gegen Biowaffen wie Anthrax und Botulin zum Teil undokumentiert im Feld und unter Geheimhaltung durchgeführt wurden. Selbst die Geimpften wurden oft nicht darüber informiert, was sie da bekamen. Analysen an eingelagerten Impfstoffen aus der damaligen Zeit haben aber keine nennenswerten Mengen an Squalen ergeben, auch wenn mit speziellen Verfahren einige wenige Squalenmoleküle gefunden wurden.

In der Vorgängerstudie von 2004 rangierten die Impfungen noch höher auf der Liste möglicher Ursachen, und als Ergebnis des 2004er Berichts wurde in dieser Richtung weitergeforscht, wobei sich der Verdacht zwar nicht erhärtet hat, aber generell interessante Erkenntnisse zur Langzeitwirkung von Impfungen gewonnen wurden.

Die von vielen renommierten Instituten angestellten Studien werfen allerdings insgesamt mehr Fragen auf, als sie beantworten.

Die umstrittene Anthrax-Impfung

Seinerzeit wurden sehr viele Soldaten gegen Anthrax geimpft, dass als Biowaffe gilt. Diese Impfung galt aufgrund der Umstände als besonderer Verdachtskandidat. Die Umstände und Folgen der Anthrax-Impfung sind aber von allgemeinem Interesse, weil auch damals wie heute größere Mengen an Impfstoff in kurzer Zeit verfügbar gemacht werden mussten. Gegenüber dem neuen Schweinegrippe-Impfstoff hatte seinerzeit die Anthrax-Impfung aber den Vorteil, dass sie seit langem erprobt war – dennoch muss man die damalige Impfung der Golfkriegsteilnehmer als Skandal bezeichnen. Hier die wichtigsten Ergebnisse aus dem Bericht zum Thema Anthrax-Impfung:

  • Der Anthrax-Impfstoff (AVA) wurde in den 1950er Jahren entwickelt und ausgiebig getestet.
  • Seitdem wurde das Produktionsverfahren mehrfach modifiziert.
  • Es wurden keine Anhaltspunkte gefunden, dass Squalen als Wirkverstärker verwendet wurde.
  • Kurz vor dem Golfkrieg wurden in der Impfstoffproduktion die Keramikfilter gegen billigere Nylonfilter ausgetauscht, was zum Teil hundert mal höhere Werte an bestimmten Proteinen im Impfstoff zur Folge hatte; seit 1997 werden wieder andere Filter verwendet, diesmal aus Polyvinyliden.
  • Es gab ungewollte grössere Unterschiede in der Zusammensetzung verschiedener Chargen des Impfstoffs.
  • Die Chargen wurden nicht vorschriftsmässig getestet, Dokumentation nicht geführt, gefälscht und verschlampt.
  • Dem Hersteller MBPI wurde als Folge 1997 die Lizenz entzogen.
  • Mit AVA im ersten Schwangerschaftsdrittel geimpfte Frauen hatten eine 20% höhere Rate von Kindern mit Geburtsfehlern.
  • Von 500.000 AVA-geimpften Militärangehörigen hatten ca. 4000 dokumentierte Gesundheitsprobleme, 147 davon schwere Probleme, 22 davon waren eindeutig auf die Impfung zurückzuführen.
  • Gegenüber Studien vor den 1990er Jahren hat sich bei Anthrax-Impfstoffen heutzutage die Zahl erfasster unerwünschter Impfreaktionen und Nebenwirkungen wie Fieber oder Kopfschmerzen von unter 1% auf bis zu 50% erhöht; entweder waren früher die Impfstoffe besser, die Leute robuster oder die früheren Studien fehlerhaft oder gefälscht.
  • Die AVA-Impfung wird von der US-Regierung als sicher und effektiv angesehen, sie war zwischenzeitlich für alle Militärangehörigen verpflichtend, viele Soldaten haben das Militär verlassen oder wurden entlassen, weil sie sich nicht impfen lassen wollten.

Insgesamt wirft das alles aber kein gutes Licht auf die Sorgfalt und Vertrauenswürdigkeit von Impfstoffherstellern. Auch im Zusammenhang mit aktuellen Impfstoffen fällt auf, dass die ausgelieferten Impfstoffe in der Dosierung von Hilfsstoffen oft nicht mit den Impfstoffen übereinstimmen, die getestet wurden. Das kann zwar eine Verbesserung oder unbedeutend sein, Vertrauen weckt es bei mir aber nicht.

Trotz der Schlampereien bei der Herstellung des Anthrax-Impstoffs scheint es zu keiner Impfkatastrophe gekommen zu sein, und Adjuvantien, insbesondere Squalen, scheinen nicht im Spiel gewesen zu sein. Dafür wurde aber aufgrund der billigen Filter offenbar Impfstoff minderer Qualität verabreicht. Die Qualität von Impfstoffen ist unter anderem auch eine Frage der Zahl der verschieden Antigene, die zur Immunisierung gebraucht werden, und der Zahl anderer, überflüssiger Proteine, die quasi Verunreinigungen sind. Hier sind in den letzen Jahrzehnten erheblich Fortschritte gemacht worden. Früher enthielten Impfstoffe oft tausende von Antigenen, heute reicht oft weniger als ein Dutzend für eine Immunisierung aus.

Placebo- und Nocebo-Effekt

Dennoch scheint sich die Zahl von Nebenwirkungen erhöht zu haben. Ein Grund dafür könnte auch der im Gegensatz zum Placebo-Effekt wenig bekannte Nocebo-Effekt sein, bei dem allein durch den Glauben an eine schädliche Wirkung sich eine solche auch manifestiert. So ist etwa möglich, dass Bilder von kranken Menschen auf Tabakwaren zu einer höheren Rate von Krebserkrankungen führen. Der Nocebo-Effekt ist jedenfalls keine Einbildung, sondern wie auch der Placebo-Effekt durch Studien belegt, insbesondere im Zusammenhang mit Impfreaktionen.

Doch nicht alles, was man in Impfstudien für einen Nocebo-Effekt halten würde, ist auch einer. Leider bedient sich die Industrie, unterstützt von staatlichen Stellen, zunehmend wissenschaftlichen Neusprechs.  So halte ich es für skandalös, bei Doppelblindstudien als “Placebo” nicht etwa so etwas wie harmlose Kochsalzlösung zu verwenden, sondern andere, zugelassene Impfstoffe oder die komplette Impfmischung ohne Antigene aber einschliesslich Wirkverstärker als “Placebo” zu bezeichnen. Derartige Studien durchzuführen, finde ich in Ordnung. Die Bedeutung des Wortes “Placebo” in diesem Zusammen derart umzudefinieren, halte ich für einen kriminellen Täuschungsversuch. Dadurch entsteht nämlich leicht der Eindruck, als wären neue Impfstoffe vollkommen harmlos, da ja in der Placebo-Kontrollgruppe plötzlich ebenfalls Impfreaktionen auftreten. Bei mir stellt sich da natürlich gleich die Frage: Warum machen die so etwas?

Einige der Studien erwecken bei mir den Eindruck, dass viele Menschen heutzutage anders auf Impfungen reagieren als noch vor einigen Jahrzehnten. Doch auch hier gilt: Die Studien sind alles andere als schlüssig, vergleichbare Erhebungen gibt es nur wenige. Man könnte fast den Eindruck bekommen, als wolle man es so genau lieber gar nicht wissen.

Hilfsstoffe

Zur Vermeidung des Nocebo-Effekts ist es im Zusammenhang mit Impfungen vielleicht auch gar nicht gut zu wissen, dass viele Impfstoffe eine lange Reihe von Hilfsstoffen enthalten, die ich als wissenschaftlich gebildeter Laie nicht in meinen Körper gespritzt sehen möchte, wenn es sich vermeiden lässt. Neben den Wirkverstärker-Gemischen, auf die ich später noch eingehe, sind darunter auch Stoffe wie die Quecksilberverbindung Thiomersal als antiseptisch wirkendes Konservierungsmittel und Formaldehydreste aus der Produktion.

Diese Stoffe sind wohl nur in sehr geringen Mengen vorhanden, die komplett unschädlich sein sollen, weil normalerweise viel größere Mengen davon über die Nahrung aufgenommen werden oder im Falle von Formaldehyd natürlich im Körper vorkommen.

Die letzten beiden Argumente sind aber wissenschaftliche unhaltbare Beschwichtigungen, denn es besteht ein grosser Unterschied zwischen Aufnahme von Stoffen über die Nahrung oder Injektion in den Blutkreislauf. Das gilt auch für eine grosse Zahl körpereigener Stoffe: Die meisten körpereigenen Stoffe eignen sich nicht zur Injektion. Damit will ich jetzt nicht behaupten, dass die Hilfsstoffe schädlich sind. Ich konstatiere hier nur, dass manche Beschwichtiger offenbar genauso unwissenschaftlich argumentieren wie manche Impfgegner. Auch das stärkt nicht gerade mein Vertrauen.

Im Übrigen ist der Stand der Forschung bezüglich der Quecksilberverbindung Thiomersal wohl so, dass weder die Schädlichkeit noch die Unschädlichkeit nachgewiesen sind. Die Europäische Arzneimittelagentur EMEA kommt daher auch zu dem Schluss, “dass auf der Basis der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse thiomersalhaltige Impfstoffe weder abgelehnt noch explizit empfohlen werden können“.

Thiomersal wird übrigens auch den Mehrfachdosen des deutschen Schweinegrippeimpfstoff „Pandemrix“ beigegeben, damit angebrochene Packungen über Nacht aufbewahrt werden können. Einzeldosen kommen ohne diesen quecksilberhaltigen Konservierungsstoff aus.

Das Immunsystem

Das Immunsystem ist “ziemlich krasser Scheiß”. In den letzten Jahrzehnten hat man eine Menge über seine Funktion herausgefunden, und auch wenn viele Details bekannt sind, so ist beim Zusammenspiel noch Vieles unverstanden. Die bekannten Details reichen aber aus, um mir Einiges an Ehrfurcht einzuflößen. Die folgende Darstellung ist grob vereinfacht und soll im wesentlichen die Raffinesse und Vielfalt zeigen, mit der das Immunsystem arbeitet.

Das Immunsystem ist wie ein kompletter militärisch-industrieller Komplex mit Streifen, Meldern, Ausbildungseinheiten, Waffenentwicklung, Waffenproduktion, Freund-Feind-Erkennungssystemen und einem Klassifizierungs-, Archivierungs- und Meldesystem für Feinde, verbündete Truppen, freundliche Zivilisten und harmlose Gäste.

Die angeborene Immunantwort

90% aller “Feinde” und schädlichen Substanzen werden von regulären Truppen bekämpft, die die genetisch angeborene Fähigkeit haben, mit Hilfe von Toll-Like-Rezeptoren (TLR) eine ganze Reihe typischer Pathogene anhand bestimmter universeller Muster (PAMP) als solche zu erkennen und sofort zu bekämpfen. Auch diese regulären Truppen respektieren aber den Mitgliedsausweis körpereigener Zellen (MHC) und verfügen über unterschiedlichste Waffen und Soldaten wie Makrophagen, Granulozyten, dendritische Zellen, Monozyten, natürliche Killerzellen, und Epithelzellen, die durch Kontakt oder über Interleukine miteinander kommunizieren und durch Zytokine andere “normale” Zellen alarmieren. Sogar die “Zivilbevölkerung” hilft dadurch bei der Feindbekämpfung mit, indem beispielsweise Tore geöffnet werden, um die Kampfeinheiten durchzulassen oder zum Einsatzort zu befördern. So rücken etwa die blutgefässabdichtenden Endothelzellen auseinander, um Antikörper und Komplementproteine durchzulassen, damit die Feinde leichter von Makrophagen gefressen werden können. Außerdem gibt es noch ein besonderes System zur Bekämpfung von Parasiten, die erst mit Giften getötet werden, bevor sie zerlegt und abtransportiert werden.

Das allein ist schon ein Wunder der Natur, doch die Evolution hat auch clevere Angreifer hervorgebracht, die sich tarnen oder die angeborene Abwehr anderweitig austricksen, so dass die Feinde erst als solche erkannt werden, nachdem sie “ausreichend” Schaden angerichtet haben. Für die gezielte und schnellere Bekämpfung dieser cleveren Feinde gibt es Spezialtruppen, die sich aus den regulären Truppen entwickelt haben und die so genannte “erworbene Immunantwort” bilden, die im Vorfeld bekannte Feinde frühzeitig bekämpft oder von den regulären Truppen zur Hilfe gerufen wird, wenn diese nicht klarkommen.

 

Die erworbene Immunantwort

Die erworbene Immunantwort arbeitet Hand in Hand mit der angeboren und greift an vielen Stellen auch auf sie zurück; sie ist in der Lage, die angeborene Immunantwort zu dirigieren, hat aber auch eigene, sehr spezifisch wirkende Waffen zur Verfügung.

Bei der erworbenen Immunantwort unterscheidet man zwischen der humoralen und der zellulären Antwort. Bei der humoralen (flüssigkeitsbezogenen) Antwort wird gewissermassen eine Flotte von spezifischen Antikörpern produziert, die im Blut, in der Lymphe und flüssigen Sekreten unterwegs ist und feindliche Stoffe direkt angreift.

Die zelluläre Antwort bekämpft dagegen eigene Körperzellen, die entweder von Viren in Brutstätten umgewandelt wurden, oder körpereigene entartete Tumorzellen, die zu “Gesetzlosen” geworden sind, weil sie sich nicht mehr an die Spielregeln des Gesamtorganismus halten.

Ausgangspunkt der erworbenen Immunantwort sind “Antigenpräsentierende Zellen”. Darunter fallen alle möglichen Zellen, die die Fähigkeit haben, Stücke von erbeuteten Feinden an ihrer Aussenseite zur Schau zu stellen.

In diese Kategorie fallen dentritische Zellen, die mit ihren langen Tentakeln aussehen wie Nervenzellen, des weiteren die Monozyten und ihre Weiterentwicklung, die Makrophagen, die als riesige Fresszellen gut im Mikroskop sichtbar sind,  sowie die B-Lymphozyten, die “intelligentesten” Abwehrzellen, die Antikörper produzieren. Sie alle sind in der Lage, Information über die Feinde weiterzugeben.

Dentritische Zellen und T-Zellen

Dentritische Zellen agieren wie eine allgegenwärtige Geheimpolizei, die wie die Stasi überall rumschnüffelt, den Müll durchwühlt und ständig potentielle Gefährder, also meist vollkommen harmlose Stoffe, in Gewahrsam nimmt, sie aber normalerweise wieder laufen lässt und in Form von Selbstantigenen eine Art Freibrief ausstellt, wenn es sich um harmlose Substanzen handelt. Damit wird verhindert, dass sich die Immunabwehr gegen körpereigene oder harmlose Stoffe aus der Umwelt richtet.

Wird aber per Botenstoff Alarm gegeben, werden die gerade in Gewahrsam befindlichen Stoffe “verhaftet” und ihr Steckbrief an der Aussenseite angebracht, zusammen mit einem besonderen molekularen Ausweis, der etwa besagt: “Dies ist eine offizielle Anweisung eines autorisierten Mitglieds der Immunstreitkräfte.”  Vorbeikommende T-Zellen kopieren dann die Steckbriefe und entwickeln sich entweder zu T-Helferzellen, die den Steckbrief weiterverbreiten,  oder sie werden zu T-Killerzellen, die nach körpereigenen Zellen suchen, die sich bereits in der Hand der steckbrieflich gesuchten Viren befinden. Werden die T-Killerzellen fündig, schneiden sie mit Hilfe von “Perforin” Löcher in die Hülle der Zelle und leiten einen Cocktail aus Proteasen ein, der das Selbstzerstörungsprogramm der Zelle aktiviert. Einige T-Zellen verbleiben auch als T-Gedächtniszellen im Blut, um die Abwehr gegen wiederkehrende Angreifer schneller mobilisieren zu können. T-Gedächtniszellen haben “hohe Autorität”, ihre Anwesenheit steigert die Vermehrung entsprechender T-Zellen um das 10-100 fache.

Dieser ganze Ablauf ist seit längerem bekannt, vor kurzem (2007) wurde aber erst bemerkt, dass die dentrischen Zellen nicht nur über T-Zellen kommunzieren, sondern auch direkt mit B-Zellen und natürlichen Killerzellen interagieren.

B-Zellen

Die meinem Eindruck nach krassesten Zellen des Immunsystems sind aber die B-Zellen oder auch B-Lymphozyten. Während die T-Zellen bekannter sind, weil sie in Zusammenhang mit Krebs und AIDS öfter mal in der Presse genannt wurden, sind die B-Zellen allgemein weniger bekannt, obwohl sie im Rahmen der humoralen Immunantwort als einzige in der Lage sind, die so genannten “Antikörper” zu produzieren. Antikörper, auch Immun(o)globuline (Ig) genannt, sind riesige, aus mehreren Proteinen zusammengesetzte programmierte Moleküle, die sich sehr spezifisch an bestimmte Molekülabschnitte heften können, typischerweise an Abschnitte von Proteinen, Proteiden und Hormonen. Antikörper sind also keine Zellen, sondern große Moleküle.

Bevor B-Zellen Antikörper absondern können, durchlaufen sie einen mindestens sechsstufigen Reifeprozess, bei dem sie sich schrittweise quasi selbst genetisch verändern und dabei auch noch optimierende Mutationen erproben, um spezifische Antigene besser bekämpfen zu können. Dabei entwickeln sie sowohl Rezeptoren für die Antigene als auch verschiedene Marker auf ihrer Oberfläche, die wiederum anderen Zellen des Immunsystems als Informationsquelle dienen. Die Information, welche Antigene sie bekämpfen sollen, können sie durch Abtasten der Antigene selbst oder von anderen antigenpräsentierenden Mitspielern erhalten, etwa den erwähnten T-Zellen, anderen B-Zellen, Makrophagen oder dentritischen Zellen. Sie können die Information aber auch aus Antikörpern auslesen, die von anderen B-Zellen abgesondert wurden.

Ausserdem durchlaufen B-Zellen wie die meisten anderen „Produkte“ des Immunsystems umfangreiche Tests, bevor sie in den Einsatz geschickt werden. Dabei werden „defekte“ oder nicht den Spezifikationen entsprechende Immunzellen ausgesondert und in den programmierten Zelltod geschickt.

Antikörper

Reife B-Zellen sondern spezifische Antikörper ab, die auf ihre Ziele programmiert sind, wobei Antikörper normalerweise auf mehrere Ziele gleichzeitig programmiert sind. Erkennen sie ein Ziel, können sie es auf unterschiedliche Weise bekämpfen: Zum einen neutralisieren sie Antigene direkt, indem sie Bindungsstellen besetzen, zum anderen können sie Bakterien oder Fremdkörper komplett einhüllen, oder sie markieren Bakterien für andere Kämpfer, etwa natürliche Killerzellen. Ausserdem können sie das sogenannte Komplementsystem aktivieren, ebenfalls Teil der angeborenen Immunantwort.

Das Komplementsystem besteht aus etwa 30 Proteinen, die überall vorhanden, aber normalerweise inaktiv sind. Aktiviert können sie alle möglichen Reaktionen hervorrufen, Gefässe erweitern oder verengen, Gewebe durchlässig machen, Löcher in Zellmembranen schneiden und diese dadurch zerstören und viele andere Zellreaktionen auslösen, etwa auch Reparaturmechanismen aktivieren. Außerdem können sie wiederum alle möglichen Zellen des angeborenen Immunsystems anlocken und aktivieren.

Doch zurück zu den Antikörpern: Die meisten Wirbeltiere haben fünf verschiedene Klassen von Antiköpern, bekannt sind aber mindestens sieben Klassen von Immunglobulinen: Typ A, D, E, M, G, Y und W. Jede der Klassen ist unterschiedlich ausgestattet, um jeweils in unterschiedlichem Milieus bestehen zu können, in dem diese Typen dann vorherrschen, etwa im Blut, in Schleimhäuten oder an Zellen bzw. Membranen gebunden.

Antikörper unterscheiden sich auch in ihrer Grösse und Zahl der Bindungsstellen; während die meisten Immunglobuline 2 bis 4 Bindungsstellen aufweisen, die man als „Bordwaffen“ sehen könnte und damit eher X-Wing- und TIE-Fightern aus Star Wars ähneln, verfügt der Typ M gleich über 10 Bindungsstellen und ähnelt im Vergleich dem Millenium-Falken.

Immunglobulin A, kurz IgA, findet sich vor allem auf Schleimhäuten, in den Atemwegen, den Augen und der weiblichen Brustwarze beim Stillen, aber auch im Blut, und ist besonderes ausgestattet, um auf Schleimhäuten transportiert werden zu können und nicht von Verdauungsenzymen zerlegt zu werden.

IgE ist auf Parasitenabwehr spezialisiert, aber auch für Allergien verantwortlich. Es ist überwiegend in Zellen gebunden und macht weniger als 1% der Antikörper aus.

IgD ist ebenfalls überwiegend membrangebunden und macht auch weniger als 1% der Antikörper aus. Seine Funktion ist unbekannt, es wirkt aber wohl bei der Entwicklung der B-Zellen mit.

IgM und IgG finden sich überwiegend im Blut und spielen bei der Impfdiagnostik eine zentrale Rolle. IgM findet sich überwiegend in der akuten Infektionsphase oder kurz nach der Impfung, während IgG erst drei Wochen nach einer Infektion oder Impfung gebildet wird und zum Nachweis einer durchgemachten Infektion oder erfolgreichen Impfung herangezogen werden kann.

IgY findet sich in grosser Konzentration in Hühnereiern und erfüllt den gleichen Zweck wie IgG beim Menschen und wird gern für bioanalytische Zwecke verwendet.

IgW ist ein in Fischen vorkommendes “Urglobulin”, dass der Vorläufer von zwei anderen in Fischen vorkommenden Klassen zu sein scheint, IgX und IgNARC. Genaueres zur Struktur und Funktion ist nicht bekannt.

So weit zu den Antikörpern. Interessant finde ich die Wissenslücken hinsichtlich IgW, insbesondere aber unser Unwissen über IgD. Wir tragen also Antikörper in uns, deren Zweck und Funktion unklar sind.

Monoklonale Antikörper

Erwähnenswert sind noch die sogenannten “Monoklonalen Antikörper”, die in der Natur so nicht vorkommen und mit gentechnischen Mitteln durch Klonen einer einzelnen B-Zelle produziert werden. Damit ist es möglich, in großen Mengen Antikörper herzustellen, die sich an genau ein bestimmtes Antigen heften. Zum einen werden solche fabrizierten Antikörper in einem Dutzend verschiedener Verfahren verwendet, um Stoffe extrem geringer Konzentration nachzuweisen, beispielsweise basiert auch der bekannte  Drogenschnelltest “Drugwipe” auf Antikörpern.

Zum anderen werden monoklonaler Antikörper bemerkenswerterweise therapeutisch zur Krankheitsbekämpfung eingesetzt. Hier gibt es derzeit über 40 verschiedene “Medikamente”, die zugelassen sind oder sich in klinischer Erprobung befinden. Dabei werden im Prinzip größere Mengen an Antikörpern verabreicht, die an ganz spezifischen Stellen im Organismus angreifen. Die meisten zugelassenen Antikörper dienen der Krebstherapie, der Bekämpfung von Autoimmunkrankheiten und zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen, aber es gibt vereinzelte Anwendungen in allen möglichen Bereichen, von der Augenheilkunde bis zur Zahnmedizin.

Der Einsatz therapeutischer monoklonaler Antikörper galt in den 90er Jahren als “magic bullet”, die bis dato unheilbare Krankheiten mit molekularchirurgischer Präzision zu bekämpfen in der Lage ist.

Trotz bemerkenswerte Erfolge hat sich die Euphorie aber ein wenig gelegt. Zum einen handelt es sich um extrem teure Behandlungen, die pro Therapiezyklus etwa hundertmal mehr als “normale” Medikamente kosten. Zum anderen ist die Behandlung nicht ungefährlich, und einige Startups haben sich Fehlschläge geleistet, die in die Schlagzeilen gekommen sind, weil sie etwa im Fall von Nebacumab, einem Mittel gegen Sepsis (Blutvergiftung), bei der die Sterblichkeit höher war als bei der Behandlung mit Placebos.

Zytokinsturm

Spektakulärster Höhepunkt war im März 2006 die lebensgefährliche Erkrankung von allen sechs Probanden bei der ersten klinischen Erprobung eines monoklonalen Antikörpers namens TGN1412, der gegen Multiple Sklerose, Blutkrebs und Rheuma wirken sollte.

Obwohl Tierversuche keinen Hinweis auf mögliche Gefahren gegeben haben und nur 1/500stel der im Tierversuch als gefahrlos ermittelten Menge gespritzt wurde, führte die kleine Menge zu einem “Zytokinsturm”, bei dem das Immunsystem gewissermassen in Panik gerät. Bleibt man bei dem militaristischen Bild aus dem vorherigen Abschnitt, dann ist das etwa so, als wenn ein größerer Teil Einheiten den Befehl erhält, sofort aus allen Rohren auf alles zu schießen, was sich bewegt, egal, ob Freund oder Feind, so dass schliesslich die ursprünglich unbeteiligten Einheiten dann ebenfalls beginnen, wild um sich zu schießen, bis alle Munition verbraucht ist.

Als Folge werden dann praktisch alle möglichen Organe gleichzeitig angegriffen und versagen. Die Patienten haben zwar alle überlebt, aber schwere Langzeitschäden davongetragen, insbesondere am Immunsystem.

Bei der folgenden Untersuchung der Ursachen der Katastrophe stellte sich heraus, dass die Herstellerfirma TeGenero, ein risikokapitalfinanziertes Spin-Off der Uni Würzburg, eigentlich alles richtig gemacht hat. Die Vorgehensweise war branchenüblich und von allen Aufsichtsbehörden genehmigt, die Durchführung war fehlerfrei, die Substanzen rein und die Konzentration wie geplant derart gering, dass eigentlich gar keine Wirkung hätte auftreten sollen.

Leider hat sich später gezeigt, dass durch einen winzigen genetischen Unterschied zwischen dem Immunsystems der Versuchstiere und dem menschlichen Immunsystem die Wirkung eine radikal andere war.

Die Antikörper des Medikaments waren so programmiert, dass sie eine Bindung mit bestimmten Rezeptoren an T-Zellen eingehen und so deren Aktivität reduzieren, was im Tierveruch auch beobachtet werden konnte.

Beim Menschen hingegen war die Bindung so stark, dass das genaue Gegenteil eintrat und bei den T-Zellen durch eine Art “Kurzschluss” die Sicherungen umgangen und eine volle Aktivierung verursacht wurde, worauf hin die T-Zellen mit der Ausschüttung aller Alarmstoffe reagierten und im gesamten Körper Entzündungsreaktionen hervorgerufen wurden. Ich kann mich noch an Bilder eines Betroffenen erinnern, dessen Gesicht so rot und dick geschwollen war, dass er kaum als Mensch zu erkennen war, und spätere Bilder, bei denen Finger und der halbe Fuss kohlrabenschwarz waren.

Solche Vorkommnisse sind zwar sehr selten, zeigen aber leider sehr drastisch, wie unvollkommen unser Wissen und unsere Möglichkeiten sind, wenn es um spezifische Eingriffe ins Immunsystem geht. Ein Problem mit dem Immunsystem ist, dass es sich durch Eingriffe nachhaltig und dauerhaft verändern kann, weil es über ein Gedächtnis verfügt und manche Begegnungen ein Leben lang nicht mehr vergisst. Diese Fähigkeit machen wir uns beim Impfen zu Nutze.

Adjuvantien

Adjuvantien oder Wirkverstärker sind besondere pharmazeutische Hilfsstoffe, die eine stärkere Immunantwort auf die im Impfstoff enthaltenen Antigene hervorufen, indem sie das Gewebe reizen sowie die Antigene binden und verzögert freisetzen. Wie sie das Immunsystem genau anstacheln, ist aber weitgehend ungeklärt. Dass Adjuvantien als Hilfsstoffe klassifiziert sind, hat mich im Übrigen etwas überrascht, denn das “Anstacheln des Immunsystems” halte ich für eine bemerkenswerte Wirkung, die diese Stoffe auch ganz allein auch ohne Gabe von Antigenen bewerkstelligen.

Mit Adjuvantien reichen für eine Impfung teilweise 1/25stel der Viruspartikel, die normalerweise erforderlich sind.

Generell scheinen Adjuvantien eine unspezifische Immunantwort hervorzurufen, sie aktivieren also zunächst das angeborene Immunsystem.

Problematisch ist die unspezifische Immunantwort möglicherweise bei Schwangerschaften. Um zu vermeiden, dass das Immunsystem den Fötus angreift, wird das angeborene Immunsystem wohl während der Schwangerschaft etwas heruntergefahren. Es besteht daher die Sorge, dass Adjuvantien diesem entgegenwirken und sich das Immunsystem der Mutter häufiger gegen den Fötus vorgeht, wobei das auch bei Impfungen ohne Adjuvatien geschieht. Manche in Impfstoffen enthaltene Mittel werden auch benutzt, um bei Tieren Unfruchtbarkeit oder Schwangerschaftsabbrüche hervorzurufen.

Adjuvantien sind im Zusammenhang mit den deutschen Impfstoffen gegen die “Schweinegrippe” ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, insbesondere, weil für die Regierungsmitglieder und andere “wichtige” Personen ein anderer Impfstoff beschafft wurde, der ohne Wirkverstärker auskommt. Dieser ist aber teurer und aufwändiger herzustellen. In den USA ist auch nur Grippeimpfstoff ohne Wirkverstärker zugelassen, in Europa gibt es seit 1997 eine Zulassung für Grippeimpfstoff mit dem squalenbasierten Adjuvans MF59.

Wirkverstärker auf der Basis von Aluminiumhydroxid werden seit über 60 Jahren verwendet, vor allem in Tetanus-, Diphterie-, Keuchhusten- und Hepatitis A-Impfstoffen.

Neuere Wirkverstärker wie MF59 und AS03 enthalten Squalen und Polysorbat 80, ein chemisch weitgehend inertes nichtiones Tensid, das als Emulgator auch in Lebensmitteln zu finden ist. In Tierversuchen wird es aber mit der Unfruchtbarkeit von Mäusen und Ratten in Verbindung gebracht.

Das im Grippeimpfstoff Pandemrix enthaltene Adjuvans MF59 enthält zusätzlich noch α-Tocopherol, auch Vitamin E genannt, dass als fettlösliches Antioxidans genutzt wird, was mich wundert, da Squalen selbst auch ein Antioxidans ist.

Die eigentliche Wirkverstärkung kommt aber von dem Squalen, einem ungesättigten, leicht polymerbildenden langkettigen Kohlenwasserstoff (C30 H50), der auch im menschlichen Stoffwechsel eine Rolle spielt, vergleichsweise ungiftig ist und auf natürliche Weise ausgeschieden wird. Umgangssprachlich würde man Squalen auch einfach Pflanzenöl oder Lebertran nennen, es findet sich etwa in Olivenöl und in höherer Konzentration in Haifischlebertran, woher es auch seinen Namen hat. Es wird seit langem als Naturheilmittel verwendet und soll gegen eine Vielzahl von Krankheiten helfen, die Wundheilung beschleunigen und die Einnahme allgemein das Immunsystem stärken und so gegen Erkältungen, Hautkrankheiten, Rheuma, chronische Müdigkeit, Asthma, Pilzinfektionen und Verdauungsprobleme helfen.

Wie bereits erwähnt heißt das aber nicht, dass die Injektion von Squalen unproblematisch sein muss, viele körpereigene Stoffe eignen sich nicht zur Injektion, und die Injektion öliger Lösungen wird allgemein als viel problematischer betrachtet als die Injektion wässriger Lösungen.

In die Diskussion im Zusammenhang mit dem Golfkriegssyndrom kam Squalen, weil nach Untersuchungen, die von einer privat praktizierenden Immunologin namens Pamela Asa an Golfkriegsveteranen durchgeführt wurden, bei den am Golfkriegssyndrom Erkrankten Antikörper gegen Squalen gefunden wurden, die bei nicht erkrankten Golfkriegsveteranen fehlten.

Das sorgte für große Aufmerksamkeit, weil dies möglicherweise eine erste stoffliche Diagnose des Golfkriegssyndroms darstellte.

Die Untersuchungen wurden allerdings sofort in Frage gestellt und angezweifelt, inbesondere ob:

a) Menschen überhaupt Antikörper gegen Squalen entwickeln können,
b) diese überhaupt mit den angewandten Methoden nachgewiesen werden können,
c) wirklich ein statistischer Zusammenhang mit dem Golfkriegssyndrom besteht.

Schließlich waren die Untersuchungen ja von einer Privatperson durchgeführt worden, und wer weiss, was die da gemessen hat. So dachten vermutlich die zweifelnden von der Regierung eingesetzten Expertenrunden.

Daher wurde das “Walter Reed Army Institute of Research” (WRAIR) beauftragt, der Sache auf den Grund zu gehen.

Dieses hat dann die Ergebnisse zu a) und b) relativ schnell bestätigen können, c) dagegen konnte erstaunlicherweise bis heute weder bestätigt noch widerlegt werden, obwohl Asa ihre Ergebnisse bereits 1997 veröffentlicht hat.

Die dennoch gewonnen Erkenntnisse sind aus wissenschaftlicher Sicht aber superspannend. Wäre ich Mediziner, würde ich mich sofort mit Begeisterung auf das Thema “Squalen” stürzen, denn hier geht was ganz Seltsames und bisher Unerklärbares vor sich.

Um herauszufinden, wie denn normalerweise die Quote an Menschen aussieht, die Squalen-Antikörper in sich tragen, wurden zunächst drei Kontrollgruppen untersucht:

a) Pensionierte Mitarbeiter aus Fort Detrick, dem zentralen Biowaffenlabor der U.S.-Armee, dessen Mitarbeiter während ihres Berufslebens sehr viele Impfungen über sich ergehen lassen mussten,

b) Pensionäre aus der Normalbevölkerung,

c) Junge Rekruten aus Fort Knox.

In allen Gruppen konnten Personen mit Squalen-Antikörpern nachgewiesen werden. Dabei wurde nach zwei verschiedenen Typen von Antikörpern (Immunoglobuline) gesucht, Typ M und Typ G.

Von der Normalbevölkerung als auch den Biowaffenarbeitern hatten etwa ein Drittel Antikörper vom Typ M im Blut, Antikörper vom Typ G fanden sich jedoch nur bei den aus alten Leuten gebildeten Gruppen, im Blut junger Rekruten fanden sich keine Squalen-Antikörper vom Typ G.

Da IgM eine akute “Bekämpfung” anzeigt und IgG eine verstärkte “Squalen-Abwehrbereitschaft” aufgrund vorhandener Gedächtniszellen annehmen lässt, zeigt dies meiner Meinung nach, dass das Immunsystem Squalen erst nach vielen Jahren der Bekämpfung definitiv als Pathogen klassifiziert, was darauf hindeutet, dass ein Mechanismus im Immunsystem sich normalerweise bemüht, Squalen zu tolerieren und von der “schwarzen Liste” herunter zu halten, was sinnvoll klingt, da Squalen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel hat und eine Vorstufe zur Bildung von Steroiden und Vitamin D darstellt.

Das alles ist spannend, weil Squalen-Antikörperbildung mit dem Alterungsprozess oder einer chronischen Erkrankung in Zusammenhang stehen könnte. Squalen-Antikörperbildung könnte also eine milde Form einer Autoimmunerkrankung sein, bei der sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen eine wichtige körpereigene Substanz richtet.

Leider taugt die Studie aber nicht, um einen Vergleich der Gesundheit von häufig geimpften Biowaffenarbeitern mit der Normalbevölkerung anzustellen, weil nur diejenigen pensionierten Biowaffenarbeiter untersucht wurden, die ausreichend fit, gesund und motiviert waren, von sich aus an der Studie teilzunehmen. Arbeiter, die aufgrund von Erkrankungen ausgeschieden oder verstorben waren, wurden nicht erfasst.

Untersuchungen an allen seinerzeit verwendeten Chargen von Anthrax-Impfstoff ergaben im Übrigen keine nennenswerten Mengen an Squalen in den damals verwendeten Impfstoffen. Das schließt aber nicht aus, dass bei der Vielzahl der geheim erfolgten Impfungen seinerzeit vielleicht doch squalenhaltige Impfstoffe verwendet wurden. Belege dafür gibt es aber nicht, die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen an den Resten damaliger Impfstoffe sprechen dagegen.

Gesundheitswirkung von Squalen

Squalen wurde in Tierveruchen dazu genutzt, Autoimmunkrankheiten auszulösen, etwa Multiple Sklerose, rheumatische Arthritis und Lupus.

In den USA sind squalenhaltige Adjuvantien bisher für Menschen nicht zugelassen, in Europa ist das squalenhaltige Adjuvans MF59 seit 1997 für Grippeimpfstoffe zugelassen und wird als sicher betrachtet. (“considered to have a good safety record”)

Squalenhaltiger italienischer Grippeimpfstoffs wurde in Europa seitdem 22 Millionen mal angewendet, ohne dass bisher größere Probleme bekannt geworden sind.

Mysterium 1: Scheinbarer plötzlicher Anstieg von Squalen-Antikörpern bei Amerikanern

Es wird als allgemeiner Stand der Wissenschaft betrachtet, dass Impfungen mit MF59 nicht zur Bildung von Antikörpern gegen Squalen führen. Dies sagt zumindest eine Studie der Weltgesundheitsorganisation, die die Auswirkungen der Gabe von 22 Millionen Dosen eines squalenhaltigen italienischen Grippeimpfstoffs untersucht hat.

Neuere italienisch-amerikanische Studien haben nun gezeigt, dass 79% amerikanischer Erwachsener G-Antikörper gegen Squalen ausgebildet haben, aber nur 26% derjenigen Europäer, die nicht mit MF59 geimpft wurden. Fast alle älteren Europäer über 65, die an Impfversuchen teilgenommen haben, hatten dagegen Antikörper gegen Squalen, ob sie nun mit MF59-haltigen Stoffen geimpft worden sind oder nicht.

Warum die Vergleichsgruppen in der Studie so seltsam konstruiert wurden, dass man das dreimal lesen muss, um es zu verstehen, weiß ich nicht, und die Aussagekraft der Studie ist dadurch begrenzt. Interessant wäre vor allem eine Gruppe von mit MF59 Geimpften quer durch alle Altersklassen gewesen, die leider fehlt.

Dennoch ist die Studie spannend. Danach scheint es auf jeden Fall einen Zusammenhang zwischen Impfungen an sich, der Entwicklung von Squalen-Antikörpern und hohem Alter zu geben. Die Gründe dafür sind aber unklar. Hier noch mal: Impfungen, egal ob mit oder ohne Squalen, verursachen bei alten Menschen die Herausbildung von G-Antikörpern gegen Squalen. Dieses Ergebnis steht aber im Widerspruch zur oben erwähnten Studie an Biowaffenarbeitern.

Insbesondere gibt es aber keine Erklärung dafür, warum plötzlich gegenüber früheren Studien so viele Amerikaner Squalen-Antikörper tragen, während die Quote in Europa den Erwartungen entspricht. Entweder die Studien sind Mist, oder es passieren sehr seltsame Dinge. Auf jeden Fall ein fruchtbarer Boden für Verschwörungstheorien. Denn der einzige Grund, der mir dafür einfällt, dass Amerikaner, bei denen Squalen als Adjuvans gar nicht zugelassen ist, plötzlich mehr Antikörper dagegen im Blut haben, wäre der, dass die amerikanische Bevölkerung in großem Ausmaß Stoffen ausgesetzt worden ist, die sich massiv auf das Immunsystem auswirken. Direkter gesagt: Wenn die Studie so stimmt, was ich aus dem einzigen Grund bezweifele, dass das ein viel zu ungeheuerlicher Gedanke ist, dann bliebe fast nur ein Schluss: Der Großteil der amerikanischen Bevölkerung ist in den letzen Jahren irgendwie vergiftet worden und leidet an einer potentiellen Erkrankung des Immunsystems, auch wenn Squalen-Antikörperbildung derzeit offenbar nicht als Krankheit eingestuft wird.

Mysterium 2: Langzeitwirkung von Adjuvantien

Eine jüngere kanadische Studie hat die Langzeitwirkung von Squalen und Aluminiumhydroxid an Tieren untersucht.

Dabei wurde entweder jeweils eines der beiden Adjuvantien oder eine Kombination aus beiden im Tierversuch in einer der Impfung von Menschen entsprechenden Dosierung verabreicht.

Und jetzt das seltsame: Squalen-Antikörper wurden gefunden:
– in 20% der mit Placebos behandelten Tiere
– in 27% der mit Aluminiumhydroxid behandelten Tiere
– in 40% der mit Squalen behandelten Tiere
– in 10% der mit beiden Adjuvantien behandelten Tiere

Wieder völlig unklar, was hier passiert. Die Behandlung mit einem Adjuvans führt zu einer höheren Quote an Squalen-Antikörper-Bildnern, und auch die Behandlung mit Aluminiumhydroxid führt zu mehr Fällen mit Squalen-Antikörpern. Die Kombination von beiden reduziert seltsamerweise die Quote von Mäusen, die Squalenantikörper entwickeln.

Das alles zeigt zunächst, dass es da einen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Squalen, dem Immunsystem und dem Wirkungsprinzip von Adjuvantien gibt, der bisher nicht verstanden ist.

Meine Hypothese ist, dass Aluminiumhydroxid in Verbindung mit Squalen irgendwie die Selbstantigenbildung für Squalen anregt und dadurch sogar möglicherweise heilsame Wirkung entfaltet, weil es damit in einem Großteil der Fälle die Sensibilisierung des Immunsystems für Squalen unterdrückt. Ich sollte vielleicht auch mal ein paar Biopatente einreichen.

Unangenehm wird es aber bei anderen Ergebnissen der kanadischen Studie:

– die mit Aluminiumhydroxid allein behandelten Tiere zeigten die grösste Zahl von nachteiligen Nebenwirkungen als alle drei anderen Gruppen (Placebo, Squalen, Squalen und Aluminiumhydroxid) : Nach 6 Monaten zeigten Mäuse ein Nachlassen von Muskelkraft und Ausdauer, erhöhte Angstzustände, erhöhte Entzündungen im Zentralnervensystem und Verlust von motorischen Neuronen.

– Squalen als Adjuvanz hatte nicht derartige Folgen in statistisch signifikantem Ausmaß zur Folge.

In anderen Studien wurde Aluminiumhydroxid mit “Makrophagischer Myofasciitis” in Verbindung gebracht, einer Muskelerkrankung, bei der Makrophagen, also weiße Blutkörperchen ins Muskelgewebe eindringen und unter anderem Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelschwäche und chronische Müdigkeit verursachen.

Diese Studie zeigt offenbar, dass im Tierversuch Squalen als Adjuvans weniger problematisch ist als Aluminiumhydroxid. Es zeigt aber auch, dass das Verabreichen von Squalen zu Antikörperbildung führen kann, was im Widerspruch zu anderen Studien steht, die genau das verneinen.

Sehr interessant ist aber, was bei der Kombination von Squalen und Aluminiumhydroxid geschieht. Eine nachgeprüfte Erklärung dafür gibt es nicht, warum dadurch die Quote der Antikörperträger gegenüber der Placebogruppe reduziert ist. Auf jeden Fall beeinflussen Adjuvatien aber nachhaltig die Funktion des Immunsystems, auch wenn sie ohne die Antigene eines Impfstoffs verabreicht werden. Dass ist eine bedenkliche Wirkung für einen „Hilfsstoff“.

Mehrfachimpfungen

Die Folgen von routinemässig praktiziertem gleichzeitigen Impfen gegen eine größere Zahl von Krankheiten sind erstaunlicherweise wenig erforscht. Es gibt aber Anhaltspunkte, dass dies zu einer Verstärkung von chronischen Entzündungsprozessen führt, insbesondere beim Nervensystem. Auf der anderen Seite enthalten moderne Impfstoffe nur noch sehr wenige Antigene, so dass bei zehn verschiedenen modernen Impfungen noch immer weniger Antigene zusammenkommen als bei einer einzigen Impfung vor einigen Jahrzehnten. Auch hier also wieder ein Fall von “nichts Genaues weiß man nicht”.

Impfungen und Nervengifte

Englische Studien geben Anlass zu dem Verdacht, dass Impfungen sowohl allein oder in Zusammenhang mit dem Nervengift PB zu vorübergehenden neurologischen Störungen führen. Dabei ist es egal, ob nur geimpft, nur das Nervengift gegeben oder beides kombiniert wurde. Die Tiere zeigten in allen Fällen verschlechterte kognitive Leistungen, insbesondere Lernleistungen. Impfungen und PB wirkten sich aber entgegengesetzt auf Gehirnwellen und Schlafverhalten aus: Während Impfungen zu einem effizienteren Schlaf mit mehr REM-Perioden führen, bewirkt PB offenbar Schlafprobleme mit weniger REM-Perioden.

Impfungen und Stress

Eine Untersuchung aus Boston hat festgestellt, dass Impfungen die negativen Folgen von Stress auf das Gehirn vergrößern. In Verbindung mit PB kann das wohl zu lokalen Entzündungen und schweren neuronalen Schäden im Gehirn führen.

Ein Immunsystem “erlebt” eine Impfung also ähnlich wie den Ausbruch einer Krankheit, nur mit weniger schwerwiegenden Symptomen. Daher entfällt oft auch die gefühlte Notwendigkeit oder nur die Möglichkeit zu ruhen, was offenbar gefährliche Folgen haben kann, wenn etwa durch Stress oder anderen Faktoren das Immunsystem unter abnormalen Bedingungen arbeiten muss.

Risikobetrachtung

Allgemein wissen wir, dass Impfungen unter dem Strich viele Leben retten und Menschen vor viel Leid bewahren können. Impfungen haben höchst gefährliche Infektionskrankheiten wie Pocken mit 30% Todesrate und schweren Entstellungen Überlebender praktisch ausgerottet, und viele andere Erkrankungen haben dank Impfungen ihren Schrecken verloren.

Impfungen sind aber nicht risikolos. Das Risiko unmittelbarer schwerer Impfschäden ist etwa zehn mal so hoch, wie auf einem Flug mit der in den 1990ern unsichersten Airline der Welt abzustürzen, der kubanischen Staatsfluglinie “Cubana de Aviación”, wo die Wahrscheinlichkeit etwa 1:200.000 beträgt. Bei gut verträglichen und sicheren Impfungen scheint etwa jeder 20.000ste von schweren Sofortschäden betroffen zu sein. Normale Grippe hat eine Letalität von 1:250 (0.4%) , für die Schweinegrippe liegt sie wohl in der selben Grössenordnung. Die spanische Grippe hatte seinerzeit eine Letalität von 2.5%, und die Schweinegrippepanik ist wohl darauf zurückzuführen, dass aufgrund des Ausbruchs in Mexiko anfänglich von einer Letalität von 10% ausgegangen wurde, vermutlich, weil die Zahl der tatsächlich Infizierten aufgrund vieler unerwartet milder Verläufe nur sehr unvollständig erfasst wurde. Die Vogelgrippe hatte im Übrigen eine Letalität von 30%, eine Ansteckung von Mensch zu Mensch war aber extrem selten.

Unter diesen Aspekten kann man sich eigentlich ruhig impfen lassen, dann ist man unmittelbar sicherer. Eine Chance von 1:250, bei einer Erkrankung an der Grippe zu sterben, ist allerdings relativ hoch. Wie wahrscheinlich es ist, zu erkranken, hängt aber interessanterweise stark von der Zahl derjenigen ab, die sich impfen lassen. Jeder, der sich impfen lässt, schützt also auch Nichtgeimpfte, trägt aber das Risiko von Impfschäden allein. In Deutschland und auch in Österreich gibt es daher eine sehr bürgerfreundliche Lösung hinsichtlich der Regelung von Impfschäden. Bei gesetzlich vorgeschriebenen oder behördlich empfohlenen Impfungen erhalten die Opfer und ggf. Hinterbliebenen dieselben Leistungen, die auch für Kriegsopfer vorgesehen sind, etwa Rente und Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung.

Wer sich also Impfen lässt, der rettet wahrscheinlich Menschenleben.

Wie hoch der Grad der Geimpften sein muss, damit die Ausbreitung ganz zum Stillstand kommt, hängt von der so genannten Nettoreproduktionszahl der Krankheit ab, einem Maß dafür, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Bei normale Grippeviren liegt sie bei 1.5, bei der spanischen Grippe lag sie bei 2, bei Masern liegt sie bei 15. Fällt diese Zahl unter 1, weil eine hohen Zahl von Menschen durch Impfungen oder Erkrankungen immun ist, kommt die Verbreitung allmählich zum Stillstand.

Resume

Impfungen sind nützlich und segensreich, und die unmittelbaren Gefahren sind eigentlich vernachlässigbar.

Was mich beunruhigt ist die Tatsache, dass über die Langzeitwirkungen von Impfungen und Adjuvantien überraschend wenig bekannt ist, und sich haufenweise widersprüchliche Studien finden.

Doch nicht nur das Thema “Adjuvantien” ist offenbar bisher sehr wenig verstanden, auch die Langzeitfolgen von Impfungen an sich sind erstaunlich wenig untersucht.

Insbesondere zum Thema “Squalen” gibt es vollkommen widersprüchliche Ergebnisse: Zum einen ergeben Studien, dass die Injektion von Squalen die Antikörperbildung gegen Squalen beim Menschen vermutlich nicht beeinflusst, andere Versuche zeigen aber das genaue Gegenteil. Ich würde nach der Studienlage dazu tendieren, folgenden einfachen Zusammenhang anzunehmen: Die Injektion von Squalen führt bei manchen Menschen zu einer Antikörperbildung dagegen. Ob das ein Problem ist, weiß ich nicht. Ich persönlich hätte aber lieber erst mal keine Antikörper gegen Squalen, da dieser Stoff ja immerhin natürlich in meinem Körper vorkommt. Wenn ich aber nur die Wahl hätte zwischen Squalen und Aluminiumhydroxid, würde ich lieber Squalen dulden. Ansonsten würde ich auf alle Arten von Adjuvantien gerne verzichten wollen, geheuer sind mir diese Anzünder für das Immunsystem nicht.

Früher wurden Adjuvantien in der Regel nur bei alten Menschen verwendet, da dort ansonsten oft eine zu geringe Immunisierung die Folge war. Neuerdings werden sie verwendet, um Impfstoffe preiswerter herstellen und schneller viele Dosen bereitstellen zu können. Insbesondere Letzteres macht Adjuvatien bei Grippeimpfstoffen so interessant, wo meist nicht viel Zeit für Entwicklung und Produktion bleibt.

Eine für mich wichtige und bislang wenig allgemein bekannte Erkenntnis aus den Studien ist folgende: In Stressphasen sollte man dringend von Impfungen Abstand nehmen, denn Impfungen vergrößern offenbar massiv die gesundheitsschädlichen Wirkungen von Stress auf das Gehirn.

Wenn man sich also impfen lässt, sollte man sich davor und danach einige Wochen Urlaub nehmen, falls man einen stressigen Job hat. Die gegenwärtige Praxis von Unternehmen, Manager zu impfen, damit sie weiter arbeiten können, erscheint mir angesichts der Studien kriminell.

Die Kombination von Stress, Impfung und gering dosierten Nervengiften scheint aber ein Rezept für eine Katastrophe zu sein. Wer dann noch beruflich etwa Kontakt mit Pestiziden oder anderen Nervengiften hat, läuft offenbar große Gefahr, am Golfkriegssyndrom zu erkranken.
Die Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen ist kein trivialer Prozess, und kleine Änderungen im Herstellungsprozess können zu sehr unterschiedlich verträglichen Impfstoffen führen.

Das Zusammenspiel von Impfung und Immunsystem ist selbst nach vielen Jahrzehnten der Anwendung nicht vollständig verstanden, weil das Immunsystem nicht vollständig verstanden ist.

Ich persönlich würde mich gegenwärtig nur dann mit Pandemrix impfen lassen, wenn um mich herum die Leute reihenweise tot umfallen. Ansonsten würde mich das Gefühl, vielleicht an Langzeitwirkungen der Impfung zu erkranken, psychisch mehr belasten als die Angst vor Infektion. Was andere Impfungen angeht, bin ich da weniger skeptisch, nach diesen Studien würde ich aber auch hier genau hinsehen, was sinnvoll ist und was nicht, und mir vor und nach jeder Impfung viel Ruhe gönnen.

Wer sich aber regelmässig gegen Grippe impfen lässt und grosse Angst vor der Schweinegrippe hat, kann sich auch impfen lassen, für die grosse Mehrzahl der Menschen dürfte gelten, dass sie keine Probleme damit haben werden. Einige werden durch die Impfung krank werden, vereinzelt werden Menschen daran sterben, so ist das eben bei Impfungen. Allerdings werden zigtausend mal mehr Menschen an Schweinegrippe sterben als an der Impfung. Etwa 99.9% aller Menschen, ob geimpft oder ungeimpft, werden die Schweinegrippe aber überleben, weil sie sich nicht anstecken oder eine Erkrankung gut überstehen.

Wenn man sich impfen lässt, sollte man aber im Zeitraum von einer Woche vor der Impfung bis drei Wochen danach Stress und den Kontakt mit Pestiziden dringend vermeiden und sich Urlaub nehmen oder sich krank schreiben lassen, wenn man Stress oder Giftkontakt anders nicht vermeiden kann. Weitere Risiken lassen sich minimieren, wenn man eine quecksilberfreie Einzeldosis bekommen kann oder ein adjuvansfreies Vakzin. Risikolos wird die Impfung wie jede andere Impfung auch dadurch aber nicht, der Nutzen ist aber vermutlich gegeben, hundertprozentig sicher vor Schweinegrippe ist man aber auch bei einer Impfung nicht, Untersuchungen zur Wirksamkeit sind mir nicht bekannt.

Ich glaube den Medizinern auch, wenn sie sagen, dass jede Infektionserkrankung den Organismus schädigt, und dass es besser ist, wenn man sich nicht infiziert. Ich halte daher überhaupt nichts von Leuten, die sich auf Infektionsparties absichtlich anstecken.

Auf der anderen Seite sind Impfungen, so segensreich sie bei bestimmten Krankheiten sein mögen, nicht ohne Risiko, und sollten keinesfalls als harmlose Routinemaßnahme betrachtet werden.

Jede Impfung ist ein schwerwiegender und oft irreversibler Eingriff in die Funktion des Immunsystems, bei dem Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen werden müssen.

Erschreckend finde ich, wie schlecht unser Wissensstand hier eigentlich ist, insbesondere, was die Langzeitwirkungen betrifft.

Das größte Mysterium aber scheint mir die Rolle von Squalen zu sein, das als körpereigener Stoff irgendwie mit dem Immunsystem und Impfungen an sich in Verbindung steht, ohne dass es dazu irgendwelche Erkenntnisse gibt.

Wäre ich von Beruf Immunologe, würde ich mich begeistert auf dieses Thema stürzen.

6 Antworten zu “Impfungen, Wirkverstärker und das Golfkriegssyndrom”

  1. Pangu sagt:

    Frau Dr. Juliane Sacher ist anscheinend auch in anderem Zusammenhang in die Öffentlichkeit getreten, und durchaus nicht unumstritten: http://www.youtube.com/watch?v=TdKRYupyxQk

  2. Insb. der Abschnitt über das Immunsystem ist außergewöhnlich gut. Nach meinen 2 Semestern Immunologie hätte ich es nicht besser allgemeinverständlich ausdrücken können.

    Was die allgemeinen Schlussfolgerungen angeht:
    „Jede Impfung ist ein schwerwiegender und oft irreversibler Eingriff in die Funktion des Immunsystems, bei dem Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen werden müssen.“
    Bitte nicht vergessen, dass die nahezu vollständige Zurückdrängung vieler Krankheiten (Kinderlämung, Mumps, Masern, Röteln, Typhus, Diphterie, Tetanus…) zu großem Teil auf den konsequenten Einsatz von Impfungen zurückzuführen sind. Diese sind teilweise viele Jahrzehnte im Gebrauch und für sicher befunden. Sicher im Sinne, dass das Nebenwirkungsrisiko um Zehnerpotenzen geringer als das Krankheitsrisiko ist.

    Neue Impfstoffe, insb. es nach viel Wind um Nix aussieht, sollten natürlich trotzdem kritisch untersucht werden. Für Zusatzstoffe gilt das gleiche. Und vor allem gilt es für die Tatsache, dass die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in die Hände profitorientierter Unternehmen gegeben wird/wurde. Und die traurige Tatsache, dass universitäre Forschung viel zu oft diesen Firmen zuarbeitet, aber von der Bevölkerung bezahlt wird.

  3. Xia sagt:

    Spannender Beitrag!
    Greift meine eigene Unsicherheit ganz gut auf, leuchtet die Ecken meines Unwissens aus, gibt mir aber keine Antworten, da es die offensichtlich (noch) nicht gibt. Das heißt aber auch, dass Beschwichtiger und Panikmacher beide unprofessionell und nicht dem aktuellen Wissenstand entsprechend argumentieren!

    Dass „wichtige“ Personen andere Impfstoffe erhalten haben, ist ja unglaublich. Als ob sich ein Kapitän an den Frauen und Kindern vorbei zu erst auf das einzige Rettungsboot des sinkenden Schiffs drängelt.

    Über Dr. Sacher und ihren Aufruf gab es auch einen Beitrag bei SPON: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,661492,00.html

  4. jay sagt:

    Danke für die Arbeit und den guten Artikel.

  5. Eike sagt:

    Danke für diesen Eintrag – Aufsatz passt wohl eher.

    Mir bereitet folgender Abschnitt Kopfschmerzen:

    […]Neuere italienisch-amerikanische Studien haben nun gezeigt, dass 79% amerikanischer Erwachsener G-Antikörper gegen Squalen ausgebildet haben, aber nur 26% derjenigen Europäer, die nicht mit MF59 geimpft wurden. Fast alle älteren Europäer über 65, die an Impfversuchen teilgenommen haben, hatten dagegen Antikörper gegen Squalen, ob sie nun mit MF59-haltigen Stoffen geimpft worden sind oder nicht.[…]

    Ich komme selbst nach dem 10. Lesedurchgang nicht dahinter. Evtl. kannst du das für Leute die auf dem Schlauch stehen nochmal erläutern.

    […]Meine Hypothese ist, dass Aluminiumhydroxid in Verbindung mit Squalen irgendwie die Selbstantigenbildung für Squalen anregt und dadurch sogar möglicherweise heilsame Wirkung entfaltet, weil es damit in einem Großteil der Fälle die Sensibilisierung des Immunsystems für Squalen unterdrückt. Ich sollte vielleicht auch mal ein paar Biopatente einreichen.[…]

    Warum soll die Antikörperbildung gegen Squalen heilsam sein? Wiederspricht sich das nicht? Ich denke das gerade die Bildung von Antigenen dafür sorgt das das Immunsystem das findet was es bekämpfen möchte?

    […]Normale Grippe hat eine Letalität von 1:250 (0.4%) , die Schweinegrippe liegt sie wohl in der selben Grössenordnung.[…]
    Dort hast du ein „sie“ zu viel im Text.

    Hätte dich das ganze auch per Email gefragt, aber leider habe ich in deinem Blog keine Adresse gefunden.

    Grüße und nochmal DANKE,

    Eike

  6. Bravo sagt:

    Wirklich sehr sehr guter Bericht der mit viel Mühe und sorgfalt geschrieben wurde.

    Mein Lob für diese interessanten Informationen.

    Lg, Chris